Tobias Bremser

Mein Weg auf's Rad

Als ich mit neun Jahren das erste Mal auf dem Mountainbike gesessen habe, hätte ich mir nie erträumen lassen welch große Rolle der MTB Sport doch in meinem Leben einnehmen würde. Ich kann mich noch genau dran erinnern, als ich im Frühjahr 2003 meine ersten Meter im Wald rund um Wiesbaden zusammen mit meinem ersten Trainer Jens Uwe Knoll gefahren bin. Natürlich hatte ich damals noch ein total schweres Rad mit mir „rumzutragen“, aber ich merkte schon ab dem ersten Training, dass das Fahrradfahren ganz weit vom Schuss genau mein Ding war.

Schon nach wenigen Trainingseinheiten sah Herr Knoll (so hieß er für mich in meinen jungen Jahren) „enormes Potenzial“ in mir und ließ mich nach reichlicher Absprache mit meinen Eltern bei meinem ersten Rennen in Friedrichsdorf starten. Es war der 3. Lauf der damaligen Bike Challenge und ich startete im jüngeren Jahr U11 (unter 11 Jahre). Natürlich war ich total aufgeregt, aber es fühlte sich so interessant an am Start eines Rennen zu stehen, dass ich ab dem Startschuss(?) mein bestes gab und schlussendlich mein ersten Sieg in meinem ersten Rennen einfahren konnte. Ab diesem Tag konnten meine Eltern mich nicht mehr bremsen, denn das Feuer in mir war entfacht und ich wollte am liebsten jeden Tag Fahrrad fahren und am besten jeden Zweiten ein Rennen.

Das beschriebene Feuer führte mich, begleitet durch den Trainer Wiesbadens Jürgen Gräber, durch alle Jugendklassen. Und der Erfolg stellte sich auch stets ein. Dabei war es mir in meinen jüngeren Jahren immer egal, ob ich ein MTB, Rennrad, Zeitfahrrad, Crossrad oder Bahnrad fuhr. Die Kernausrichtung von Jürgen Gräber war dabei immer auf die breite Ausbildung gelegt, was sich in meinen Jahren, in denen ich älter wurde, auch mehr als ausgezahlt hat. Aus diesem Grund war ich auch ab dem Jahre 2005 stets im Hessenkader Mountainbike und Straße etabliert und bestritt für die Hessenauswahl viele nationale und internationale Wettkämpfe.

 

Start meiner Karriere

Ab dem Jahre 2008, im Alter von 14 Jahren bemerkte ich, dass mir der Mountainbike Rennsport am meisten Spaß machte und so konzentrierte ich mich ab diesem Jahre vollständig auf MTB Rennen und fuhr Rennradwettkämpfe nur noch zur Vorbereitung. Dieser Schritt zahlte sich sofort aus und ich konnte aufgrund konstant guter Leistungen in der Bundessichtung am Ende des Jahres 2008 den Sprung in die Nationalmannschaft MTB in der Jugend (15 und 16 Jährige) schaffen. Meine komplette Jugendzeit verlief wie am Schnürchen. Ich konnte meine Leistungen weiter gut erbringen, fuhr in der Nationalmannschaft und errang viele gute Ergebnisse. Besonders hierbei herausstellen möchte ich meinen Sieg beim Bundesliga Rennen in Kirchzarten und den Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft. Ab der Juniorenzeit (17 und 18 Jahre) ging es dann auch auf internationaler Ebene richtig los und ich startete bei Weltcup Rennen für die Bundesrepublik Deutschland, was stets eine große Ehre für mich war und ich nie vergessen werde. 

Jedes Ende ist ein neuer Anfang

Auf dem Höhepunkt meiner Karriere angekommen, stürzte ich leider in einem Vorbereitungslehrgang der Saison 2012 und erlitt schwere Knieverletzungen, die mich vermeintlich nach der Diagnose der Ärzte die ganze Saison 2012 außer Gefecht setzten. Ich wollte aber unbedingt zu einem Comeback kommen, setzte alles daran und gewann zu meiner Freude am Ende des Jahres zwei Rennen des Hessencups. Ich dachte, dass ich es wieder geschafft hatte, aber die Realität holte mich schneller ein, als mir lieb war. In der Vorbereitungsphase auf die Saison 2013 hatte ich langanhaltende Knieprobleme und erlitt viele Trainingsausfälle. Aufgrund dieser kam ich im Jahre 2013 auch nie mehr zu der von mir gewohnten Leistung zurück und stagnierte mit meiner Leistung gerade in Bundesligarennen komplett. Die Enttäuschung war natürlich riesig, dass ich es nicht mehr schaffte ohne Knieprobleme meine gewohnte Leistung abzurufen, aber ich habe mich mit der Zeit damit abgefunden.

 

Kein Ende für den Radsport

Seit Herbst 2013 absolviere ich nun ein Bachelor Studium im Fach Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Idstein. Auch dem Radsport bin ich nicht verloren gegangen. Seit Herbst 2013 gebe ich mein Wissen an junge Sportler des RSC Wiesbadens und erwachsene Mountainbiker - egal ob Hobby- oder Profisportler - weiter.